Inhalt - Ulmensterben

Die Ulmen sind heute durch das Ulmensterben (Ceratocystis ulmi), auch Ulmenwelke genannt, stark gefährdet. Laut Berichten wurde diese Pilzkrankheit in Europa erstmals vor rund hundert Jahren beobachtet. Seit ca. 1970 breitet sie sich in der Schweiz epidemieartig aus und betrifft alle einheimischen Ulmenarten.

Der Pilz wird vom Ulmensplintkäfer (Scolytus), einem Holzschädling der Borkenkäfer-Familie, übertragen. Er verstopft die Gefässe des stammaufwärtsgerichteten Wassertransports und unterbindet den Wasserfluss. Das Laub beginnt zu welken, und die Ulme stirbt möglicherweise noch in derselben Vegetationsperiode.

Für die direkte Bekämpfung der Ulmenwelke gibt es kaum praxistaugliche Verfahren. Versuche, natürliche Feinde des Ulmensplintkäfers auszubringen, verliefen wenig erfolgreich. Die Anwendung von Fungiziden und Insektiziden ist aus ökologischen Gründen abzulehnen. Aus Sicht der Artenreinheit stufen Experten auch die Züchtung von resistenten Kreuzungen aus asiatischen und amerikanischen Ulmen als kritisch ein. Die aussichtsreichste Massnahme ist daher bis heute, befallene Bäume rasch aus dem Wald zu entfernen und den Ulmennachwuchs gezielt zu fördern.

Laut Experten muss beim Aufforsten mit einheimischen Ulmen mit einer Verlustrate von etwa 50 Prozent gerechnet werden. Der Forschungsbedarf ist gross, um dem Ulmensterben wirksam begegnen zu können.  
Detaillierte Informationen zum Krankheitsverlauf

Quellen:
Dr. Dagmar Nierhaus-Wunderland und Dr. Roland Engesser, Eidg. Forschungsanstalt WSL, Birmensdorf
Dr. Peter Rotach, ETH Zürich
Jonas Walther, Bildungszentrum Wald Lyss